Alte Stadtpfarrkirche zum heiligen Laurentius

Das Schloss Gayenhofen (ursprünglich Schloss Bludenz) und die alte Stadtpfarrkiche zum heiligen Laurentius thronen auf dem Stadtfelsen über den Dächern der Bludenzer Altstadt. Die beiden markanten historischen Gebäude prägen das Stadtbild und seit weitum sichtbar.

Geschichte der Kirche

Das Patrozinium zum heiligen Laurentius, einem Diakon, der im Rom des 3. Jahrhunderts den Märtyrertod erlitt, verweist auf eine frühe Gründung der Kirche, möglicherweise noch vor der Epoche der Karolinger. Mit der ersten schriftlichen Nennung von Bludenz („Pludono“) im Churrätischen Reichsurbar von 842/43 wird auch eine Kirche erwähnt. Diese schenkte König Otto I. 940 dem Bischof von Chur als Ersatz für erlittene Schäden durch die Sarazenen. Im Hochmittelalter entstand neben der Kirche die Burg Bludenz. Mitglieder der Familie der Grafen von Werdenberg ließen sich im Presbyterium bestatten. Der mittelalterliche Kirchenbau brannte 1491 bis auf die Grundmauern nieder. Die Weihe 1514 ist Beleg für die Fertigstellung eines Neubaus, dessen hochstrebender gotischer Charakter bis heute erhalten ist. Der barocke Glockenturm wurde hingegen erst 1667 bis 1670 nach Plänen des Feldkircher Jesuitenpaters Maximilian von Lerchenfeld errichtet. Nach einer Verlängerung des Kirchenschiffs Richtung Westen 1742/43 blieb die Bausubstanz unverändert.

Ausstattung

Das Innere der Kirche ist durch die Charakteristik des einheimischen schwarzen Gesteins („Bingser Marmor“) geprägt. Die fünf barocken Altäre stammen aus der Zeit um 1720, wobei neben dem Hochaltar und zwei Seitenaltären an den Längswänden des Kirchenschiffes zwei weitere Altäre stehen, die von den Baronen von Sternbach, die auf der benachbarten Burg Bludenz residierten, gestiftet wurden. Die Altarbilder schuf der Schweizer Maler Melchior Paul Deschwanden im 19. Jahrhundert im Nazarenerstil. Das älteste in der Kirche vorhandene Kunstwerk ist ein Tafelbild, das noch aus dem gotischen Inventar des 1491 abgebrannten Vorgängerbau stammen dürfte.

Bildquelle: Stadtarchiv Bludenz